Packet Radio -
der Beginn
Mitte der 80er Jahre keimte ein neues Verfahren zur
Informationsübertragung über Funk. Funkamateure entwickelten eine Variante des
ITU-Standardprotokolls X.25 als A(Amateur)X.25 .
Seine Anwendung eröffnete die
Möglichkeit z.B. Datenübertragungen fehlerfrei auf UKW und Kurzwelle
vorzunehmen. Dazu gehörte auch das Fernschreiben, was ich ja mit einer
mechanischen Fernschreibmaschine schon lange machte.
Ich war fasziniert!
In der DDR konnte man natürlich die notwendige Technik (sie wurde TNC-Terminal
Node Controller genannt) nicht einfach kaufen, Selbstbau war gefragt.
Einige mir
bekannte Funkamateure begannen mit der Entwicklung dieser Technik.
Die
Schwierigkeit bestand darin, nur beschaffbare Bauelemente zu verwenden -
beschaffbar hieß, ein Import war dem Normalfunkamateur nicht möglich. Es
entstand der PacketRadioController 1 Y2 (PRC1Y2) von Y277NN/Y21ZK mit dem
Mikroprozessor U880 und ein
dazugehöriges Modem PRM 1 von Y25TN mit CMOS-Schaltkreisen.

Hinten mein PRC1Y2, vorn das Modem
Es sprach sich herum, daß es da etwas
Neues gab und so interessierten sich auch Menschen außerhalb des Kreises der
Funkamateure für die Entwicklung.
Daraus entstand im März 1990 nachfolgender Beitrag in
der DDR- Zeitschrift "Jugend und Technik"

War man Anfangs noch fast allein mit dieser Technik, entwickelte
sich das aber rasant. Mehr als 650 Digipeater (digitale Relaisstationen) wurden
allein in Deutschland aufgebaut und über Linkstecken untereinander vernetzt.
Mailboxen entstanden und speicherten persönliche und allgemeine Informationen.
Insgesamt eine große Leistung der Funkamateure.
Noch heute bin ich in Packet Radio betriebsbereit und betreibe
auch den Digipeater DB0BLO in Berlin. |